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«Neubau ist wohl das Beste»

08.02.2010 Archiv Davoser Zeitung

Das 1897 erbaute Niederländische Asthmazentrum Davos (NAD), welches zu einem 5-Sterne-Plus-Resort «Holland House» umgebaut werden soll, hat baustatische Mängel. Deswegen soll anstelle des geplanten Umbaus nun das Haus abgerissen und neu aufgebaut werden. Das würde diverse Vorteile für das Resort bringen und die Bauzeit um ein halbes Jahr verkürzen.

 

Therry Brunner

 

Es ist kein einfacher Weg, den Investor Dennis van der Valk zusammen mit Geschäftspartner Cor van Zadelhoff beschreiten muss. Das Konzept für das Projekt des 5-Sterne-Plus-Resorts «Holland House» mit einem Investitionsvolumen um die 80 Millionen Franken auf dem Areal der NAD steht seit 2006. Entstehen sollen neben einem Hotel der obersten Luxusklasse mit 240 Betten 39 sogenannt bewirtschaftete Wohnungen, die an Stockwerkeigentümer verkauft werden sollen. Dazu ein Spa- und Wellnessbereich mit dazugehörendem Sport- und Medizinangebot der Extraklasse. Nach diversen Einsprachen und Verzögerungen konnten sich die Investoren mit den Nachbarn einigen, und kurz vor Weihnachten konnten immerhin die zwei neuen Tiefgaragen mit total 76 Einstellplätzen in Betrieb genommen werden. Die Baubewilligung für das Umbauprojekt der NAD war von der Gemeinde schon länger erteilt worden. Diese könnte aber nun hinfällig werden, denn bei den neuesten Abklärungen betreffend der Umbauarbeiten und des Fortschreitens der Detailplanung stellten die Projektverantwortlichen fest, dass sich der Umgang mit der Bausubstanz des alten Gebäudes sehr delikat gestaltet. Im Klartext heisst dies: Die Wände sind statisch zu wenig gut für ein Projekt dieser Art. Ausserdem müssen die Bauherren viele Vorschriften wie Schallschutz, Erdbebenstatik usw. berücksichtigen. «Das würde bei einem Umbau bedeuten, dass wir grosse Veränderungen vornehmen müssten und baulich die ganze Sache sehr kompliziert werden würde», präzisiert van der Valk. Warum man das erst jetzt rausgefunden habe, wo man doch eigentlich an Ostern 2010 mit dem Umbau (endlich) starten wollte, hat auch van der Valk irritiert.

 

Baubeginn erst 2011

 

«Genau das habe ich die Bauleitung und die Architekten auch gefragt», so van der Valk, und fügt sogleich an: «Wir waren vielleicht etwas zu naiv und hätten das früher in dieser Richtung seriöser abklären sollen. Klar ist, dass wir eigentlich fanden, dass man nicht immer alles neu machen muss und auch eine gewisse Tradition des Gebäudes bewahrt werden sollte.» Nach diesen neuesten Erkenntnissen mache gemäss van der Valk eigentlich nur ein Neubau Sinn. Ein Neubau bedeutet aber automatisch eine weitere Verzögerung der auf Frühjahr 2012 geplanten Eröffnung dieses Resorts. Und in Absprache mit der Davoser Baubehörde ist als Alternative zum bereits rechtskräftig bewilligten Bauprojekt ein neues Quartierplanverfahren eingeleitet worden. Für den Neubau müsste dann auch eine neue Baubewilligung eingeholt werden. Van der Valk ist aber zuversichtlich, dass das alles reibungslos klappen wird. «Die Gemeinde steht hinter diesem Projekt ‹Holland House›, und bisher waren nur Einzelpersonen dagegen; deswegen bin ich sehr zuversichtlich, dass wir dann ab Ostern 2011 mit dem Bau beginnen können.» Neu gebaut würden auch die zwei weiteren Häuser der NAD an der Symondsstrasse. Diverse Vorteile würde ein Neubau auch den Nachbarn bringen, so van der Valk. Alles in allem würde dieser im Volumen eher kleiner als der ursprünglich geplante Umbau. Und für die Nachbarn gebe es einen weiteren Vorteil: «Die Bauzeit würde sich um etwa ein halbes Jahr verringern, was sicher auch niemanden stören würde», meint van der Valk. Die Eröffnung würde damit auf die Wintersaison 2012/2013 fallen. Für die Bauherren würde es bedeuten, dass man baulich mehr Freiraum hätte und sich sich so vieles vereinfachen lasse, somit sogar Kosten einsparen lassen. «Im jetzigen Gebäude gibt es kaum zwei gleiche Zimmer. Beim Neubau wird darum alles einfacher.»

 

Neues Nischenprodukt

 

In nächster Zeit steht nun für van der Valk und Partner nebst den offiziellen Verfahren vor allem die Promotion der Apartments, die von Stockwerkeigentümern gekauft werden können, auf der Traktandenliste. Etwas, das in der Schweiz noch nicht so üblich ist wie in den USA. Bis zum Baubeginn sollten rund 35 Prozent davon verkauft sein. «Wir bieten mit diesen Apartments und unserem ganzen Konzept ein Nischenprodukt im obersten Segment an, das es bis anhin so in der Schweiz noch nicht gegeben hat.» Wichtig sei, dass am Ende alles stehe. Ans Aufgeben dachte van der Valk darum nie. «Wenn so ein Projekt einfach wäre, hätte es längst schon jemand vor mir getan.»

 


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