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RhB ist Weltkulturerbe

11.07.2008 Archiv Davoser Zeitung

Grosse Chance für die RhB und für Graubünden

gü. Das Welterbe-Komitee der UNESCO hat die schweizerisch-italienische Welterbe-Kandidatur «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina» angenommen. Mit der Aufnahme der RhB-Linie in die Welterbe-Liste verfügt der Kanton Graubünden nun über zwei Stätten «von universellem Wert» und die Schweiz über deren neun.

 

Die Rhätische Bahn ist weltweit erst die dritte Bahn, welche das Prädikat UNESCO-Welterbe erhält. Die Aufnahme als Welterbe haben nur die österreichische Semmeringbahn und die Darjeeling-Himalayan-Bahn in Indien geschafft. In der Schweiz zählten bisher acht Stätten zum Weltkulturerbe: Während die Altstadt von Bern, das Kloster St. Johann in Müstair und die Stiftsbibliothek und der Stiftsbezirk St. Gallen dieses Jahr bereits ihr 25-Jahr-Jubiläum feiern, sind die drei Burgen und die Festungsmauern von Bellinzona, die Region Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn, der Monte San Giorgio und das Weinbaugebiet Lavaux zwischen 2000 und 2007 aufgenommen worden.

 

Erbe aus der Glanzzeit
Die Albulalinie stellt den Typ der Gebirgsbahn aus der Glanzzeit des Eisenbahnzeitalters dar. Das UNESCO-Welterbe bezieht aber nicht nur die Bahnlinie selbst, sondern auch die angrenzende Landschaft mit ein. Es wird unterschieden zwischen der Kernzone, welche die Bahnlinien umschreibt, und den angrenzenden Pufferzonen, welche die Kultur- und Naturlandschaft umfassen. Die Albulalinie von Thusis nach St. Moritz sowie die Berninalinie von St. Moritz nach Tirano bilden mit ihren insgesamt 122 Kilometern den Kern des Projektes. Die Linie darf als konstruktives Meisterwerk bezeichnet werden.

 

Brücken, Tunnels, Viadukte
Auf der Albulalinie etwa fährt die Bahn durch Kehrtunnels und auf der Berninalinie über den berühmten Kreisviadukt bei Brusio. Insgesamt fährt die RhB auf der Berninalinie über 52 Brücken sowie durch 13 Tunnels und Galerien, auf der Albulalinie gar über 144 Brücken sowie durch 42 Tunnels und Galerien. Dabei fährt die Bahn zugleich über das Gebiet von 19 Gemeinden auf Schweizer Boden und in Tirano auch über italienisches Gebiet. Dieser transnationale Status wertet die beiden Welterbe-Strecken Albula und Bernina zusätzlich auf. Der kulturelle Wert der Albula- und der Berninalinie liegt aber auch im Zusammenspiel von Bahn und Landschaft, welche wertvolle kulturelle Anlagen und Orte von nationaler Bedeutung umfasst.

 

«Reklame» und Verpflichtung
Das UNESCO-Welterbe-Label verpflichtet. Es muss als einmalige Chance verstanden werden: für die Rhätische Bahn und für die Vernetzung der Regionen, für Graubünden und letztlich auch für die Schweiz.

 

 

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