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Ein grossflächiges Inserat in der «Davoser Zeitung» macht derzeit von sich reden: Die Firma Kindschi Getränke AG arbeitet offensichtlich gut, will vergrössern und sucht deshalb Land in der Gewerbezone. Die Frage ist nur: Wird sie es kriegen?
Hans Zimmermann
Landammann Hans Peter Michel weiss um die Problematik. Er bestätigt auch, dass Vertreter des Unternehmens schon mehrmals bei ihm persönlich vorgesprochen haben. Doch die Sache wird schwierig werden. Es gibt zwar Boden fürs Gewerbe in Davos. Es gibt sogar genug davon. Es gibt ihn in einzelnen bezeichneten ausschliesslichen «Gewerbezonen», oder es gibt ihn auch in den Zonen «Arbeiten und Wohnen». Das Problem ist nur, dass Letztere in der jüngsten Vergangenheit zu einem wesentlichen Anteil nur noch für «Wohnen» (auf gut Davoserdeutsch: für «Zweitwohnen») genutzt wurden, sodass das Gewerbe effektiv vor dem Schlamassel steht, nur noch wenig Gewerbeland zur Verfügung zu haben. Der Landammann bestätigt, dass es sogar mehrere Gewerbetreibende gegeben habe, welche ihr Land in der Zone «Arbeiten und Wohnen» für Zweitwohnungen umgemnutzt hätten und die bei der Gemeinde dann um wohlfeiles Gewerbeland bettelten.
Kindschis Fall etwas anders
Im Fall der Kindschi Immobilien AG liegt der Fall etwas anders. Erstens muss man unterscheiden zwischen der Kindschi Getränke AG und der Kindschi Immobilien AG: Erstere möchte expandieren, die zweite hat schon expandiert, indem sie verkauft hat, was das Zeug hielt: So sind innert kurzer Zeit im Bünda-Quartier mehrere Blocks mit etwa 100 Wohnungen entstanden und verkauft oder vermietet worden. Personell sind die beiden Aktiengesellschaften nur teilweise identisch oder im Klartext: Die Kindschi Getränke AG hat nicht verhindern können, dass die Kindschi Immobilien AG dringend benötigtes Gewerbeland anderweitig nutzt. Wichtig festzustellen ist auch noch, dass sich das ganze Kindschi-Areal in der Bünda in der eigentlichen Wohnzone befindet. In einer Zone aber, in der «stilles Gewerbe» (Gewerbe ohne lärm- oder Geruchsimmissionen) durchaus seinen Platz haben kann und darf. Also im Klartext: Kindschi Immobilien AG hat verkauft, was Kindschi Getränke AG dringend benötigt.
Der Landammann winkt ab
Natürlich sehe er die Sorgen der Vertreter der Kindschi Getränke AG. Er sähe es auch gern, könnte die Firma weiter in Davos existieren. Aber eine Umzonung nach Wunsch und am gewünschten Ort komme für ihn in diesem Fall nicht in Frage. Da müsse die Gemeinde vor dem Volk vor allem glaubwürdig bleiben.
Er selbst könne grosszügig denken, wenn es etwa um Anliegen ginge wie um diejenigen der geplanten «Wäscheria» in Glaris, ansonsten sehe er wenig Spielraum, insbesondere da nicht, wo Möglichkeiten offen gestanden hätten.
«Ein Problemkind»
Im Jahr 2001 anlässlich der Zonenplanrevision ist die Zone «Arbeiten und Wohnen» überhaupt erst entstanden. Was an sich gut gemeint gewesen sei, habe sich in diesem Fall aber doch wohl eher als Fehlperspektive erwiesen, sagt der Landammann. Er sehe wohl die Diskrepanz zwischen dem eigentlichen Sinn des Gesetzes und dem Mehrwert, der an Grundstücken durch andere als gewerbliche Verwendung entstehen könne. Wenn es also künftig wieder einmal zu einer grösseren Zonenplanrevision kommen müsse, sei er überzeugt, dass es auch wieder reine Gewerbezonen geben müsse. Dies immer im Bewusstsein, dass dies eine faktische Wertverminderung für den jeweiligen Grundstücksbesitzer darstelle. Die Situation auf dem Baumarkt derzeit und auch für nächstes Jahr schätzt Michel wie folgt ein: «Das Gewerbe hat sehr viel Arbeit. Baut aber kaum Gewerbebauten. Auch der Ertstwohnungsanteil ist klein.»
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