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Am Mittwochabend informierten Schulrat und Schulleitung über die Anpassungen in den Unterschnitter Schulen. Anders als bei der ersten solchen Veranstaltung im letzten Jahr gab es dieses Mal viel Wohlwollen, Zustimmung und sogar Lob für die präsentierten Ideen.
Andreas Frei
«Als wir das letzte Mal hier sassen, gingen am Ende alle mit hängenden Köpfen aus dem Saal. Das kann man dieses Mal nicht sagen. Ich danke für die präsentierte Lösung», fasste einer der Besucher zusammen, was am Mittwochabend wohl die Mehrzahl der Anwesenden in der Mehrzweckhalle Glaris dachte. Der gesunde Menschenverstand habe gesiegt, war zu hören und dass die Behörde sich nun statt für die dümmste aller Möglichkeiten für eine kluge entschieden habe. Die seinerzeit gewählte Variante war sogar Auslöser für eine Verfassungsbeschwerde. Diese wurde vom Verwaltungsgericht inzwischen abgewiesen. Doch warum mussten die Verantwortlichen zuvor überhaupt dermassen Prügel einstecken? Knackpunkt waren vor allem die Unterstufenschüler. Die Eltern bemängelten den für die noch recht kleinen Kinder eher frühen morgendlichen Schulstart.
Variante verbessert
Mit der in Glaris präsentierten Variante wäre dies nicht länger ein Problem. «Wir haben den Unmut der Bevölkerung und die im November eingereichte Petition ernst genommen und sind nochmals über die Bücher gegangen», betonte der zuständige Kleine Landrat Robert Ambühl. Herausgekommen sei die «Variante A1 moderat». Sie sehe vor, dass die Unterstufenschüler die Schule jeweils in ihren Fraktionen besuchen können und auch die bisherigen Kindergartenstandorte erhalten bleiben. Der Unterricht in Wiesen beginnt morgens um 7.45 Uhr, was als vertretbar angesehen wird.
Die folgende Belegung der Standorte ist vorgesehen:
Frauenkirch
1. bis 6. Klasse für Schüler aus Frauenkirch, Sertig und Clavadel.
Glaris
Kindergarten für Kinder aus Glaris und Monstein; 1. bis 4. Klasse für Schüler aus Glaris.
Monstein
1. bis 6. Klasse für Schüler aus Monstein sowie Tagesschule für Schüler aus allen Fraktionen.
Sertig
Kindergarten für Kinder aus Frauenkirch, Sertig und Clavadel.
Wiesen
Kindergarten für die Kinder aus Wiesen, 1. bis 4. Klasse für Schüler aus Wiesen, 5. und 6. Klasse für Schüler aus Wiesen und Glaris.
Schulbus verkehrt schon
Wie Ambühl sagte, habe man diese Variante gewählt, weil es in Wiesen mehr Schüler der 5. und 6. Klasse gebe als in Glaris. Für den Transport von Glaris nach Wiesen könnten die Schüler den Schulbus benutzen, der ohnehin für die Wiesner Oberstufenschüler verkehre. «So braucht es nicht einmal zusätzliche Busfahrten», betonte der Kleine Landrat. Bei den anwesenden Eltern stiess der Vorschlag auf breite Akzeptanz, auch wenn ein Vater bedauerte, dass die sehr gute Infrastruktur des Schulhauses Glaris den 5.- und 6.-Klässlern künftig nicht mehr zur Verfügung stehe. Ambühl verwies in diesem Zusammenhang nochmals auf die Schülerzahlen. Ferner betonte er, dass auch das Schulhaus in Wiesen einen ausgezeichneten Standard aufweise. «Vielleicht fragt sich der eine oder andere, warum wir bei all den geprüften Varianten nicht einen Zusammenzug der ganzen Primarschule im Platz ins Auge gefasst haben», meinte Ambühl. Dies sei aber angesichts der zu erwartenden Schülerzahlen schlicht nicht möglich. Die Frage einer Mutter, wie lange denn die nun gefundene Lösung Bestand habe, vermochte Ambühl nicht abschliessend zu beantworten. «Natürlich haben wir den Wunsch nach Kontinuität, aber ich kann keine Garantien geben. Im Herbst hat der Schulrat vom Grossen Landrat den Auftrag erhalten, alle Schulstandorte zu überprüfen. Das wird uns also auch künftig beschäftigen», so Ambühl. Der Davoser Hauptschulleiter Martin Flütsch betonte aber, dass die Variante so angelegt sei, dass sie nicht nur einJahr lang funktioniere, sondern sicher bis zum Schuljahr 2014/15 weitergeführt werden könnte.
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