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«Davos Health» steht vor dem Aus

04.04.2008 Archiv Davoser Zeitung

Der Vorstand von «Davos Health» wird seine ordentliche Mitgliederversammlung vom 8. April auf den 20. Mai verschieben und den Mitgliedern die Auflösung des Vereins beantragen.


«Die Positionierung von Davos als europäisches Kompetenzzentrum für Gesundheit verlangt sowohl Strukturen
als auch adäquate Mittel zur Erfüllung dieser strategisch höchst bedeutungsvollen Aufgabe.» So der Kleine Landrat in seinem Antrag an
den Grossen Landrat für die Sitzung vom 27. März. Allein, das Parlament wollte es anders und folgte mit 11 zu 2 Stimmen einem Rückweisungsantrag
von Elisabeth Mani-Heldstab, SVP. Damit wurde dem faktisch illiquiden Verein buchstäblich der Teppich unter den Füssen weggezogen, weshalb dessen
Vorstand gestern beschlossen hat, die Auflösung des Vereins zu beantragen. Wie Vorstandsmitglied Statthalter Dr. Andrea Meisser gegenüber der
«DZ» äusserte, sieht sich der Vorstand ausserstande, die hoch gesteckten Ziele ohne den notwendigen politischen Rückhalt und die

damit verbundenen finanziellen Mittel erreichen zu können. Hätte, so Meisser, der Grosse Landrat sein Bekenntnis zum Gesundheitsplatz Davos bei gleichzeitiger Rückweisung der Vorlage wirklich ernst gemeint, hätte er nämlich zwingend auf das Geschäft eintreten und den ersten Teil des Antrags genehmigen müssen. Damit hätte er die für 2008 ohnehin budgetierten Fr. 40 000.– frei gegeben und es «Davos Health» ermöglicht, bis zum Ende dieses Jahres neue Möglichkeiten zur Finanzierung einer Geschäftsstelle und damit zur Vorlage einer neuen Botschaft an den Grossen Landrat auszuarbeiten.


Rückblende

 

«Davos Health» geht zurück auf eine Ende 2004 eingereichte Motion des seinerzeitigen Landrates Dr. Thomas Spielmann. Zur Umsetzung dieser Motion erarbeitete der Kleine Landrat eine Botschaft, welche am 1. Dezember 2005 vom Grossen Landrat einstimmig angenommen wurde. In der Folge bewilligte der Grosse Landrat einen Rahmenkredit von Fr. 200 000.–. Davon wurden in den Jahren 2006 und 2007 insgesamt Fr. 160 000.– ausbezahlt. Die Auszahlung
der Beiträge für die Jahre 2007 und 2008 wurde mit der Verpflichtung verbunden, dass der Verein je mindestens Fr. 100 000.– von externen Sponsoren beibringen müsse – eine Forderung, die sich, so Andrea Meisser, insofern verhängnisvoll auswirkte, als dass damit zwangsläufig eine Verschiebung personeller Ressourcen von der eigentlichen Projektarbeit ins Fundraising verbunden war. Immerhin wurden die entsprechenden Sponsorenbeiträge
2007 eingebracht. Für 2008 fehlendie nötigen Zusagen noch, weil die Sponsoren ihrerseits die Bewilligung der Gemeindebeiträge abwarten wollten.


Gordischer Knoten…
 

Um einen Ausweg aus diesem Dilemma zu finden, wurde im Antrag des Kleinen an den Grossen Landrat vom 27. März 2008 vorgeschlagen, bei Davos Tourismus (DT) die Stelle eines «Product Manager Health» zu schaffen, welche je zur Hälfte von der Gemeinde und von DT hätte bezahlt werden sollen. Damit wäre das Marketing bei DT und die eigentliche Projektarbeit bei den Fachleuten von «Davos Health» angesiedelt gewesen. Dazu hätte sich allerdings die Gemeinde verpflichten müssen, 2009 bis 2011 einen jährlichen Beitrag von Fr. 60 000.– zu leisten.
 

…weder durchschnitten noch entflochten


In den Begründungsvoten zu dem vom Grossen Landrat nun gutgeheissenen Rückweisungsantrag wurde zwar die Bedeutung des Gesundheitsplatzes Davos gleich mehrfach als sehr hoch eingestuft. Indessen blieben im Rat Zweifel bestehen, ob die beantragte Stabsstelle bei DT wirklich die Lösung des Problems
darstelle. Zudem wurde argumentiert, das Problem sei in Zusammenhang mit der noch bevorstehenden Diskussion um die Aufgabenentflechtung zwischen der Gemeinde und DT zu verbinden – für den ohne finanziellen Rückhalt dastehenden Verein und dessen ehrenamtlich wirkende Vorstandsmitglieder eine zu grosse Zeitverzögerung.