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Wahlkampf wird vorbereitet

06.02.2012 Archiv Davoser Zeitung

Wahlkampf wird vorbereitet

2012 wird in Davos mit der Erneuerungswahl des Landammanns und des Kleinen sowie des Grossen Landrates der politische Kurs für die nächsten vier Jahre festgelegt. Mit Spannung erwartet werden vor allem die Kandidaturen für den Landam

Andreas Frei

 

«Das Ende der FDP-Hochburg», titelte die «Davoser Zeitung» nach den Nationalratswahlen vom 23. Oktober letzten Jahres. Tatsächlich machten an jenem Wahlsonntag von Davos vor allem die BDP und auch die SVP das Rennen. In der Kommunalpolitik sieht die Sache allerdings anders aus. Dies nicht zuletzt, weil die Partei «seit Menschengedenken» den Landammann stellt, und dies auch noch weitgehend unangefochten. Der letzte Angriff – noch zu Zeiten von Landammann Erwin Roffler – blieb seinerzeit chancenlos.

 

Stiffler tritt nicht mehr an

Es geht aber bei den bevorstehenden Wahlen nicht nur um den Posten des Landammanns. Auch im Kleinen und im Grossen Landrat werden die Karten neu gemischt. Schon heute bekannt ist, dass der Kleine Landrat Christian Stiffler nicht mehr zur Wahl antreten wird. Langjährige Traditionen bedeuten aber nicht automatisch, dass heuer ein neuerlicher Anlauf, der FDP den Posten des Landammanns streitig zu machen, unterbleibt. Dies zeigt eine Umfrage bei den Präsidenten und Präsidentinnen der Davoser Ortsparteien. Reto Müller, Präsident der Davoser Freisinnigen, rechnet denn auch fest damit, dass noch andere Parteien entsprechende Ambitionen haben. «Wir richten uns auf jeden Fall auf einen Wahlkampf ein – und hoffen natürlich auf einen Erfolg. Die Tatsache, dass die Freisinnigen den Landammann seit vielen Jahren stellen, heisst keinesfalls, dass dies für immer so bleiben wird. Dafür muss man etwas tun, dessen sind wir uns bewusst. Geschenkt wird einem garantiert nichts», betonte Müller. Er sei gespannt darauf, wie die Sache ausgehen werde und freue sich auch darauf.


Kein Zweierticket

Eines ist laut Müller aber jetzt schon klar: An ihrem Bsetzerabend von morgen Mittwochabend wird sich die Davoser FDP auf einen Kandidaten fürs Amt des Landammanns festlegen müssen. Ein Zweierticket werde es nicht geben, sagte Müller. Als Kandidaten wurden in den letzten Wochen und Monaten alt Nationalrat Tarzisius Caviezel sowie der Kleine Landrat Peter Engler gehandelt. Welchen von beiden man selber lieber als Kandidat sähe, wollte auf Anfrage keiner der Präsidenten der anderen Parteien sagen. Für sie sei vielmehr schon jetzt klar, dass man sich bei der Entscheidung über eine allfällige Kandidatur für Landammann, Kleinen oder Grossen Landrat nicht von der Kandidatenwahl der FDP beeinflussen lasse, sagte etwa Elisabeth Mani-Heldstab von der BDP. Klar für sie sei, dass eine gut durchmischte politische Führung wichtig sei – und dass «Unabhängige», sprich Parteilose, auf die Dauer keine Lösung seien. Was das konkret für die BDP bedeute, sei aber noch nicht festgelegt, darüber werde erst später entschieden. Aber sie bekräftigt: «Wir möchten künftig ein Wort mitreden.»

 

Noch wenig Konkretes

Noch keine konkreten Entscheidungen getroffen sind auch bei der SVP, wie Präsident Gianrico Vivalda sagte. «Wir sind in den Vorbereitungen», meinte er. Darum könne man noch nicht mehr sagen. Man beobachte auf jeden Fall, was sich bei der «Konkurrenz» tue. Klar sei, dass man im Hinblick auf die neue Legislatur neben den personellen auch klare thematische Schwerpunkte setzen wolle. Erst daran, «das Terrain abzustecken», ist nach Angaben von Co-Präsident Sascha Müller die SP. Entschieden sei noch nichts, der Bsetzerabend fin-de erst am 25. Februar statt. Interessierte hätten also noch Zeit, sich eine allfällige Kandidatur zu überlegen.

 

Echte Wahl garantieren

Auch bei den Grünliberalen sind ebenfalls noch keine Entscheidungen gefällt worden. «Ich persönlich möchte aber gerne versuchen, nochmals für den Grossen Landrat zu kandidieren», sagte Christian Stricker. Er sei zudem überzeugt, dass es wichtig sei, mit mehreren Kandidaten an den Start zu gehen – auch um denWählern eine effektive Auswahl zu bieten. Es dürfe keinesfalls so herauskommen wie bei den kürzlich durchgeführten Regierungsratswahlen. Stricker sprach in diesem Zusammenhang von einem «Trauerspiel». Ähnliche Hoffnungen äusserten auch CVP-Präsidentin Jacobina Knölle-Spescha und Leo Koch von der DSP. Rolf Marugg von den Grünen sagte, er hoffe insbesondere bei der Wahl des Landammanns auf mehr als einen Kandidaten. Klarer ist die Sache laut Präsident Matthias Hoppler bei der EVP. Dort wird Christian Thomann erneut für den Grossen Landrat kandidieren. Zudem suche man einen zweiten Kandidaten, sagte Hoppler.

 

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