Suchen

Radio Grischa Newsticker

Di aktuellschta News us dr Region

Wetter

Davos

MO 21.05.2012
MAX.
12°
MIN.

Klosters

MO 21.05.2012
MAX.
14°
MIN.

 

DI 22.05.2012
MAX.
11°
MIN.

 

DI 22.05.2012
MAX.
13°
MIN.

» mehr Wetter

Webcams Davos Klosters


Rinerhorn, Blick auf Davos: 01.05.2012 15:09:48

Madrisa Blick Klosters: 01.05.2012 15:21:44

» weitere Webcams

Kontakt
Buchdruckerei Davos AG
Promenade 60
7270 Davos Platz
T. +41 (0)81 415 81 81

Jagd und Statistik: Wie passt das zusammen?

11.09.2008 Archiv Davoser Zeitung

Bündner Jagdplanung an den «Schweizer Tagen der öffentlichen Statistik»

 

Mit einem topaktuellen (Bündner) Thema schloss die dreitägige Konferenz «Schweizer Tage der öffentlichen Statistik» mit rund 170 Beteiligten: Georg Brosi, Bündner Jagd- und Fischereiinspektor, und Wildbiologe Hannes Jenny vom Amt für Jagd und Fischerei Graubünden legten dar, dass selbst die vielgeliebte Patentjagd nicht ohne Statistik und Planung auskommt.

 

Marianne Frey-Hauser

 

«Die Jagd ist in der Bündner Bevölkerung zutiefst verwurzelt, ein Volksrecht schon seit 1526», stellte Tierarzt Georg Brosi, Bündner Jagd- und Fischereiinspektor und ebenfalls Jäger, einleitend fest. «Damals durfte man das ganze Jahr hindurch jagen. Die Jagd galt als Inbegriff der Freiheit. Sie war völlig unorganisiert – mit dem Ergebnis, dass Rehe, Hirsche und Steinböcke praktisch verschwanden.»

 

Keine Jagd ohne Planung
Im Jahr 1877, so Brosi, sei in Graubünden die Patentjagd eingeführt worden. Heute gebe es im «Land der Jäger» rund 6000 Bündner Jäger, darunter 120 Frauen. Das entspreche aber nur einem Bevölkerungsanteil von gut drei Prozent. «Jäger machen eine zweijährige Ausbildung und werden im Schiessen und Hegen speziell geprüft.»
Der Auftrag zum Erlass kantonaler Jagdgesetze stamme vom Bund. «Die Jagdgesetzgebung will die Artenvielfalt und den Lebensraum von Säugetieren und Vögeln erhalten, bedrohte Arten schützen, Wildschäden an Wald und Kulturland begrenzen und eine angemessene Nutzung der Wildbestände durch die Jagd ermöglichen.»
Dazu brauche es allerdings eine Jagdplanung, basierend auf verlässlichen, statistischen Grundlagen, betonte der Bündner Jagdplaner und Wildbiologe Hannes Jenny. «Jagdplanung bewegt sich im Dreieck zwischen Lebensraum, Wildtier und Mensch und verlangt eine interdisziplinäre Sicht.»

 

Hirsche zählen in der Nacht
Beim kantonalen Amt für Jagd und Fischerei laufen die statistischen Daten zur Jagdplanung zusammen. Sie werden vor allem von den 20 Bündner Wildhütern und 41 Jagd- und Fischereiaufsehern ermittelt. «Nach der wildbiologischen Aufarbeitung werden die Erkenntnisse über Wildbestände und die Beschlüsse zur Jagd fachgerecht kommuniziert», so Jenny. «Auch ein konsequentes Controlling gehört zur Jagdplanung.»
Wie aufwendig die Erarbeitung der nötigen Statistiken ist, illustrierte Hannes Jenny am Fallbeispiel Rothirsch. «Ein wichtiges Standbein der Hirschabschlussplanung ist die Scheinwerfer-Taxation.» Nachts beobachte man vom Jeep aus die Hirsche auf ihren Revierwanderungen und zähle sie. «Das ergibt eine ungefähre Bestandesschätzung.» Weitere Hinweise zur Hirschpopulation ergäben Sterbetafeln: «Wir machen Rückrechnungen aufgrund des Fallwildes und erlegter Tiere.» Natürlich, so Jenny, liefere die nächtliche Hirsch-Taxation keine exakten Resultate. «Die Dunkelziffer bezogen auf den gesamten Hirschbestand liegt in normalen Jahren bei rund 30 bis 35 Prozent.» Wolle man dem effektiven Rothirschbestand näher kommen, müsse man das Taxationsergebnis um etwa 50 Prozent erhöhen. Für 2008 geht man in Graubünden von Beständen von rund 14000 Hirschen, 15000 Rehen und 25000 Gämsen aus.

 

Wildmanagement à la Grischun
Gemäss Abschussplan 2008 wird wiederum in 21 Regionen gejagt, und zwar nach dem bekannten Zweistufenkonzept des Kantons. «Während der Hochjagd im September wird der Wildbestand grobreguliert, das Vergnügen für die Jäger», schmunzelte Jenny. «Bei der Feinregulierung im November und Dezember, mit Schwergewicht auf Kälbern und weiblichen Tieren, gehts dann um Arbeit…»
Der Jagd sei es zu verdanken, dass die grossen Wintersterben beim Wild zurückgegangen seien. Reduziert hätten sich auch die Wildschäden an Kulturland und Wald, betonte Wildbiologe Jenny. Sein Schlussbonmot: «‹Wildmanagement à la Grischun› ist das Treffen zwischen Bill Gates, Charles Darwin und Gian Marchet Colani, der enge Verbund von Informatik, Wissenschaft und Jägerpassion!».
 

 

Klicken Sie für die gesamte PDF-Ausgabe!

 

Sie sind noch nicht DZ-Abonnent?

Dann klicken Sie hier!