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Barbara Gassler
Die Globalisierung macht auch vor der Gesundheit nicht halt. Im Zusammenspiel zwischen einer weltumspannenden Wirtschafts- und Reisetätigkeit und den Verbreitungsmechanismen von Krankheitskeimen können lokale Probleme schnell zu einer globalen Bedrohung werden.Zwischen Umwelt und Biodiversität sowie der Nahrungsmittelproduktion und Tiergesundheit bestehen Zusammenhänge, die sich wiederum in der allgemeinen Gesundheit der Bevölkerung niederschlagen. «Es hängt alles irgendwie zusammen», sagt der Direktor des organisierenden Global Risk Forum GRF, Walter Ammann. Vor diesem Hintergrund formiere sich zunehmend eine Bewegung, die sich einer integralen Betrachtungsweise dieser Problematik verschrieben habe. Analog zum disziplinenübergreifenden Ansatz, den das GRF im Bereich Naturgefahren verfolgt, will man nun auch im Bereich Gesundheit diese vernetzte Denkweise vorwärtsbringen. «Mit ‹One Health Summit› stossen wir im neuen Jahr die Diskussion auf internationaler Ebene als Erste an und hoffen, dass bis zur UNO-Konferenz zur nachhaltigen Entwicklung (United Nations Conference on Sustainable Development) Rio +20 schon erste Resultate greifbar sein werden», erklärt Ammann.
Führende Vertreter
Für «One Health Summit» nach Davos kommen werden rund 200 Vertreter aus 40 Ländern, unter ihnen führende Köpfe aller massgeblichen
internationalen Institutionen, die auch das Patronat der Veranstaltung innehaben. Es sind dies die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO, die Weltorganisation für Tiergesundheit OIE und nicht zuletzt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD. Entsprechend vielseitig sind denn auch die an der Konferez angesprochenen Themen. Eines davon sind die sogenannten Zoonoseerreger, jene Keime, die die spezielle Fähigkeit besitzen Infektionskrankheiten vom Tier auf den Menschen zu übertragen. In einer weiteren Session beschäftigt man sich mit den euopäischen Prioritäten bezüglich chronischen Krankheiten und Lungenwegserkrankungen, eine Kernkompetenz von Davos. Nicht zuletzt wird es auch um eine nachhaltige Nahrungsproduktion gehen, der Klimawandel wird die Delegierten gleichermassen beschäftigen wie die Gesundheitsversorgung in den Städten. «Noch ist das Bewusstsein um die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit entwicklungsbedürftig», urteilt Ammann. Doch gehe es schliesslich um die einfache Tatsache, dass ein Problem gemeinsam effizienter angegangen werden könne. «Wir wollen die verschiedenen Disziplinen zusammenbringen in der Prävention, der Bekämpfung der Auswirkungen eines Vorfalls und der Beherrschung einer Katastrophe.»
Ausbaufähig
Noch wird die Konferenz im eher intimen Rahmen durchgeführt, doch Ammann ist zuversichtlich, dass sich das bei einer weiteren Durchführung ändert. «Auch bei der 2006 zum ersten Mal durchgeführten IDRC (International Di-saster and Risk Conference) war die Privatwirtschaft kaum vertreten. Inzwische sehen wir einen deutlichen Trend, dass sich nicht nur Institutionen, Hochschulen und Behörden für das Thema interessieren.»
Öffentlichkeit willkommen
Als Markenzeichen entwickeln will man beim GRF, dass eine interessierte Öffentlichkeit zumindest jeweils zur Eröffnungsfeier eingeladen wird. Neben zahlreichen anderen Sprechern dürfte dabei vor allem die Ansprache des Vorstehers des kanadischen Gesundheitswesens David Butler-Jones von Interesse sein. «Kanada ist in seinem ganzheitlichen Verständnis der öffentlichen Gesundheit schon sehr viel weiter als wir», sagt Ammann. Die Eröffnungsfeier im Plenarsaal des Kongresszentrums ist öffentlich und kostenfrei und wird in englischer Sprache durchgeführt. Musikalische Begleitung durch das Ensemble «Con Fuoco». Beginn am 19. Februar um 16.30 Uhr. «One Health» dauert vom 19. bis 22. Februar.
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