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VBD: Neues Kassensystem

23.04.2009 Archiv Davoser Zeitung

 

 

Einschneidende Neuerung beim Verkehrsbetrieb Davos (VBD): Ab Mitte Mai werden alle Busse im Ortsnetz auf ein neues Kassensystem umgerüstet. Chip Cards sollen die bisherigen Münzkässeli beim Chauffeur ersetzen und damit vor allem ihn, den Chauffeur, entlasten.


Hans Zimmermann


Gleichzeitig mit der Einführung der elektronischen Chip Card verschwinden die bisherigen Mehrfahrtenkarten. Für Gäste, welche den Bus mit der Gästekarte benützen, ändert sich mit der Einführung des neuen Systems nichts, ebenso wenig wie für die Inhaber des Davoser Passes, der jeweils für ein Jahr auf allen Strecken Gültigkeit hat. Die Umrüstung erfolgt zunächst im Ortsnetz, doch sobald die Post ebenfalls bereit ist, wird das System auch für das Sertig, für Monstein und für Wiesen eingeführt. Die Oberengadiner Busbetriebe und die Verkehrsbetriebe der Stadt Chur haben vergleichbare Systeme bereits eingeführt, und der Erfolg gibt ihnen recht.

Wie funktionierts?
An sich ganz einfach: Der Kunde kauft zunächst beim Chauffeur eine Chip Card im Kreditkartenformat für den VBD und lässt diese mit einem bestimmten Betrag (beispielsweise mit 30 Franken) aufladen. Im Bus selbst braucht er dann nur noch seine Karte beim E-Terminal an den dafür gekennzeichneten Sensor zu halten, und schon hat er den Preis der Busbenützung für eine Stunde bezahlt. Die Ab­buchung erfolgt elektronisch, und auf einem Monitor kann der Kunde jederzeit ablesen, wie viel er noch auf seinem Konto hat. Der Buschauffeur hat mit dem Inkasso somit überhaupt nichts mehr zu tun, das Klauben nach Münzen entfällt ebenso wie das Herauszählen von Retourgeld. Der Chauffeur steht allenfalls noch für Fragen zur Verfügung und kann sich ansonsten voll auf das Geschehen im Verkehr konzentrieren.
Auch entfallen Wartezeiten bei den Bushaltestellen, und zwar dadurch, dass der Chauffeur nicht mehr mit Kassieren beschäftigt ist. Der Bus fährt also im Prinzip pünktlicher im Fahrplan. Weniger Aufwand also für alle Beteiligten – und wer den Bus wirklich nur einmal zu benutzen gedenkt, kann immer noch ein Einzelbillett lösen.

Schüler machens vor
Es ist den Verantwortlichen des VBD natürlich klar, dass besonders ältere Menschen zuweilen eine gewisse Hemmschwelle haben, vor allem, was mit moderner Elektronik zu tun hat. Davoser Schüler werden deshalb mithelfen, dass diese Hemmschwellen abgebaut werden können oder gar nie aufkommen: In der Zeit der Einführung werden deshalb Schüler die Busse begleiten und älteren Menschen in aller Ruhe zeigen, wie einfach das System funktioniert. Die Davoser Schulen und Lehrer haben sich gerne zu dieser Dienstleistung bereit erklärt. So ganz billig ist die Einführung des neuen, elektronischen Ticketsystems nicht: Betriebsleiter Fred D’Alberti rechnet damit, dass es die Landschaft im Endausbau 650000 Franken kosten werde. Aber das bisherige System habe nun seit 1990 hingehalten, und wenn das neue ebenfalls 20 Jahre überdauere, so lohne sich die Investition sehr wohl – zumal sie echte Verbesserungen bringe. Ein Wermutstropfen dürfte diese Meldung für die Befürworter des Gratisbusses sein: Denn die Gemeinde dürfte kaum heute 650000 Franken für ein neues Ticketsystem ausgeben, um morgen zu beschliessen, die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel sei gratis…