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«Wir sind flexibel, doch über den Tisch ziehen lassen wir uns

22.05.2008 Archiv Davoser Zeitung

Landammann Hans Peter Michel zur eventuellen Umgestaltung von Klinikzonen

 

Ausgangspunkt ist ein Papier der Grünen Partei: «Leer stehende Klinikgebäude können nicht im Sinn von Davos sein», heisst es da. Das weiss natürlich auch Landammann Hans Peter Michel, und er gibt Antwort, wo dies heute bereits möglich ist.

 

Hans Zimmermann

 

Es scheine in der Tat nicht sehr wahrscheinlich, dass in Davos in der nächsten Zeit – auch in den ausgeschiedenen Klinikzonen – neue Kliniken entstehen würden. So sei die Anfrage der Grünen Partei berechtigt: «Was geschieht mit diesen Klinikzonen?» Die Strategie des Kleinen Landrats sei gegeben: Man werde flexibel und grosszügig sein, wenn es um Umnutzungen beispielsweise in Hotelbetriebe gehe, aber man werde sich keinesfalls über den Tisch ziehen lassen, wenn man die Absicht erkenne, dass in einer umgenutzten Klinikzone wieder Zweitwohnungen entstehen würden.

 

Keine «Schlaumeiereien»


Man habe in der Vergangenheit Gesuche von ehemaligen Kliniken um Ausnahmebewilligungen für eine anderweitige Nutzung immer grosszügig behandelt und könne dies auch weiterhin tun (Ausnahmebewilligungen für die Thurgauer Schaffhauser, die Niederländische, die Klinik Valbella, das Josephshaus und auch für die Alexanderklinik). Alle Genannten hätten auch ein Anrecht darauf, im Sinn des Gesetzes genau gleich behandelt zu werden. Wenn irgendwo ein Wille ersichtlich werde, eine ehemalige Klinik in ein Hotel umzuwandeln, dann werde man sich nicht dagegen stemmen. Man werde sogar Querfinanzierungen über Eigentumswohnungen im zulässigen Rahmen bewilligen. Landammann Michel verdeutlicht am Beispiel der Thurgauer Schaffhauser Höhenklinik. Hier habe das Volk an sich einer Querfinanzierung von 30 Prozent über Zweitwohnungen zugestimmt – wenn es dann wieder eine Klinik gegeben hätte. Habe es aber nicht, und deshalb gebe es nur noch höchstens 20 Prozent – wenn dann vor Ort ein Hotel entstehe – und sonst halt gar nichts.

 

Nachhaltige Nutzung


Die Gemeinde bietet also Hand, wenn ein Areal nachhaltig genutzt wird: Das heisst als Hotel oder es diene der Forschung oder der Schulung. Nachhaltigkeit heisse in diesem Fall Übernachtungen und Wertschöpfung für Davos. Die Gemeinde habe ein Interesse an derartiger nachhaltiger Nutzung, jedoch irgendwelche Ansprüche bestünden nicht. So wisse man bereits, dass beispielsweise vom Alexanderhaus auch ein Gesuch für eine Nutzung im Sommer unterwegs sei. Dasselbe werde man – wie alle anderen – einfach mit der nötigen Sorgfalt auf Nachhaltigkeit prüfen.