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Was läuft jetzt auf der Wiesner Alp nach der Schneeschmelze?_

27.05.2008 Archiv Davoser Zeitung

Erst jetzt wird das ganze Ausmass der Zerstörung nach dem Brand offenbar

 

Der Schnee schmilzt unerbittlich weg auf der Wiesner Alp. Mit dem Wegschmelzen der bisher dicken Decke kommt auch das ganze grauenhafte Ausmass der Brandkatastrophe vom Dezember ans Tageslicht. Zeit also, dass man ans Aufräumen denkt. Doch das Ganze mag länger dauern, als den Geschädigten und auch als Gemeindepräsident Reto Dürst lieb ist.

 

Hans Zimmermann

 

In der ersten Betroffenheit, vielleicht auch ohnmächtigen Wut gegenüber dem Ereignis des Schreckens, haben sich die Wiesner vorerst zusammengerauft: «Jetzt erst recht», hiess die Devise und: «Wiederaufbau möglichst schnell, unter Einsatz aller Kräfte und unter möglichst wenig Schikanen bürokratischer Art.» Das galt für die erste Zeit nach dem Brand, galt gleichermassen für die Geschädigten, für die zuständigen Behörden und auch für die Gemeinde selbst. Mittlerweile hat sich ein langer Winter über das Geschehen gelegt, und es haben sich Interessen herauskristallisiert: Speditiv und im Interesse aller zu bauen ist wohl nicht mehr möglich.

 

Was ist derzeit machbar?


Gemeindepräsident Reto Dürst gab Auskunft über den Stand der Dinge: Sicher will und muss man das Ruinenfeld nach der Schneeschmelze möglichst rasch und nachhaltig aufräumen. Dies soll nach einer Orientierung der direkt Betroffenen über den Stand der Dinge am Sonntag, 8. Juni, speditiv erfolgen. Weshalb nicht früher? Die Geschädigten sollen einfach noch Zeit erhalten, im Schutt ihrer Hütten nach Gegenständen zu suchen, die ihnen lieb geworden sind. Noch im Juni wird dann rigoros aufgeräumt und gesichert. Bereits seien drei einheimische Baufirmen beauftragt worden, um diesen Auftrag unter zentraler Leitung eines einheimischen Architekten gemeinsam durchzuführen. Die Grundmauern der 14 verbrannten Hütten lasse man vorerst stehen, denn noch sei das Konzept des Wiederaufbaus ungewiss.

 

Wichtigste involvierte Ämter


Die wichtigsten involvierten Ämter seien das Amt für Regionalplanung sowie das Amt für Denkmalpflege. Auf deren Betreiben hin habe man auch den Denkmalschutz zwingend hinzuziehen müssen. Dieser wiederum habe für die 14 wieder herzustellenden Hütten einen Hüttentyp entworfen, wie er AUCH in Frage kommen könne. Es seien dies Hütten im Strickbau, selbstverständlich auch aus Holz. Mehr wolle er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, denn zuerst müssten die Geschädigten am 8. Juni informiert werden. Nach dieser ersten Orientierung sei eine Orientierung aller Interessierten und auch der Gemeinde vorgesehen. Dürst macht indes keinen Hehl daraus, dass er mit Einsprachen rechnet. «Das würde mit Sicherheit verzögern, und so glaube ich nicht allen Ernstes, dass in diesem Jahr noch viel laufen wird.» Denn es sei anzunehmen, dass die beteiligten Ämter dann einer bisher zugesicherten erleichterten Wiederaufbau-Variante nicht mehr zustimmen würden. Dass dann halt langwierige Verfahren wie Quartierplanung und Zonenplanung an die Hand genommen werden müssten. Ja, es könne im «schlimmsten aller anzunehmenden Fälle» gar passieren, dass der Gemeinde eine «Lösung von aussen» aufgezwungen werde.