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Direktreservationssystem (DIRES) auf Erfolgskurs

08.04.2008 Archiv Klosterser Zeitung

Klosters Tourismus (KT) bereitet sich auf die DMO Davos Klosters vor.

 

Seit September 2006 leitet Robert Wildhaber in einem Teilzeitjob Klos­ters Tourismus. Sein Mandat würde am 30. April auslaufen, wenn ihn nicht Davos Tourismus für die Umsetzung der Destinations-Management-Orga­nisation (DMO) Davos Klosters weiter beschäftigen würde.

 

Seine Anstellung für die DMO Davos Klosters dauert mindestens noch bis im September 2008. Auf Mitte August wird der neue Direktor Hans Kaspar Schwarzenbach seine Stelle antreten, und zu seiner Unterstützung in der Einarbeitungszeit wird Robert Wildhaber noch sein Wissen zur Verfügung stellen. Zusammen mit Reto Branschi wird er aber schon vorher die Umsetzung des DMO-Auftrages vorantreiben.

 

KT-Finanzen wieder in Lot gebracht

 

Als Robert Wildhaber nach Klosters geholt wurde, stand es um die Finanzen von Klosters Tourismus nicht zum Besten. Die Rücklagen und Reserven waren aufgebraucht und die Einnahmen im Budget schon verplant. Mit einer rigorosen Sparpolitik einer verbesserten Einnahmenstruktur ist es Robert Wildhaber und seinem Team gelungen, die KT-Finanzen wieder auf eine gesunde Basis zu stellen. Das war nicht nur wichtig, um KT aktionsfähig zu machen, sondern auch um KT mit den geforderten Grundlagen in die DMO einzubringen.

 

Mehr Einnahmen dank DIRES

 

Das Direktreservationssystem war bereits unter Dennis Schneider bei KT eingeführt worden. Bis im Herbst 2006 lag es aber quasi brach und generierte gerade 240 000 Franken Umsatz pro Jahr, an denen KT sehr wenig partizipierte. Mit der Neu-Lancierung und Verbesserung des Angebotes, das mit einem nicht immer sanften Zwang einherging, konnten schliesslich alle Hotels und 145 Ferienwohnungen ins Angebot aufgenommen werden. Das Resultat im ersten Jahr darf sich sehen lassen: Der Umsatz stieg auf rund 1,3 Millionen Franken. Dabei wurden bis Mitte März 1340 Buchungen registriert, 640 in Hotels und 700 in Ferienwohnungen. Bei den anfragenden Gästen konnte eine enorme Zufriedenheit mit dem Angebot festgestellt werden.
Das DIRES bringt grosse Vorteile in der Nachbearbeitung des Marktes und bei der Transparenz in der Gästestruktur. So zeigte sich z. B., dass rund 54 Prozent der Direktbuchungen während der Nachtstunden erfolgten. 573 kamen aus der Schweiz, 439 aus Deutschland, 100 aus Grossbritannien, 26 aus Litauen, 19 aus Schweden, 17 aus den USA, 13 aus Italien, 11 aus Belgien und 9 aus Frankreich usw. Zusammen mit Davos wird die DMO zum grössten Direktbucher der Schweiz mit einem Umsatz von 8,5 Mio. Zürich, als zweitgrösste Destination in diesem Sektor, macht 6,5 Mio. Umsatz. Eine weitere Massnahme, die von Robert Wildhaber in die Wege geleitet wurde und die nicht überall auf Gegenliebe gestossen ist, ist der Abbau der Dunkelziffer bei den Kurtaxen-Sündern. Rigorose Kontrollen haben dazu geführt, dass bereits im ersten Jahr rund 80 000 Franken Mehreinnahmen «gefunden» wurden.

 

Familien-Gütesiegel retten

 

Noch ist nicht alles saniert, was bei Klosters Tourismus saniert werden muss. Zwar ist es Robert Wildhaber gelungen, für die Gästeberatung ein motiviertes Team unter der Leitung von Martin Bigger aufzubauen, das bereits ausgezeichnet wurde. Noch aber sei die Arbeit erst zur Hälfte getan. Modernisiert und verbessert müssen vor allem die Telefonanlage und der Internet-Auftritt werden. Ein dringendes Anliegen von KT und seinem Interimscoach ist die Rettung des Familien-Gütesiegels. Damit dieses gesichert werden kann, müssen mindestens 10 Prozent der Hotels und Ferienwohnungen dem von der Prüfungsinstanz vorgeschriebenen Kriterium in Bezug auf die Kinderfreundlichkeit entsprechen. Was noch fehlt, ist eine ganzjährige professionelle Kinderbetreuung. An der Erfüllung dieser Auflagen wird gearbeitet.

 

Baustellen

 

Unbefriedigend ist, dass 140 bis 150 Stellenprozente für den Einzug der Kurtaxen eingesetzt werden müssen.
Er hat deshalb zusammen mit dem Vorstand eine Revision des Gemeindegesetzes aus dem Jahre 1993 beantragt. Diese ist auch notwendig, um die Voraussetzungen für die Zusammenarbeit mit Davos innerhalb der DMO zu gewährleisten, aber nicht nur deshalb! Ungelöst ist auch die Problematik um die «All Inclusive»-Offensive von Davos. Dort hat man die Abmachungen mit der Davos Klosters Bergbahnen AG bereits um weitere drei Jahre verlängert. Damit gerät Klosters in eine unangenehme Situation, die innerhalb der DMO gelöst werden muss, denn auf die Dauer ist die Notlösung mit der «5-Franken-Inklusive»-Gästekarte nicht haltbar. Zu viel wurde in den letzten Jahren in die Gästekarte eingepackt. Hier Remedur zu schaffen, wird eine Aufgabe von Klosters Tourismus bleiben. Zusammen mit Davos muss auch die seit Einfürung der «All-Inclusive»-Modelle geschaffene Benachteilung der pauschal abrechnenden Stammgäste gelöst werden. Allerdings gehen die Meinungen, ob das heutige System wirklich eine Benachteiligung bedeutet, auseinander.

 

Aufbau der DMO

 

Der Aufbau der DMO Davos Klos­ters ist mit einem immensen Arbeitsaufwand von Seiten der beiden betroffenen Tourismusorganisationen verbunden. Allein schon die unterschiedlichen Organisationen, in Davos eine Genossenschaft mit einer Vielzahl von Aufgaben von der Strassenräumung bis zum Busbetrieb und der touristischen Vermarktung und in Klosters ein Verein mit eher wenig Aufgaben, aber einem wesentlich kleineren Budget, bilden eine Herausforderung. Hinzu kommen die unterschiedlichen kommunalen Gesetzgebungen. Gerade Letzteres zeigt, dass auch die Gemeinden gefordert sein werden. Robert Wildhaber wünscht sich, dass von dieser Seite mit Geduld und Verständnis vorgegangen wird und keine unnötigen Differenzen heraufbeschworen werden. Er möchte, dass sich alle bewusst werden, dass im ersten Jahr, dem Jahre des Aufbaus, die Kosten steigen werden, weil die Synergien erst in den Folgejahren zu tragen beginnen. Auf der Seite von Klosters Tourismus sieht er längerfristig Einsparungen in der Höhe von 200 000 Franken pro Jahr, dafür kann KT 500 000 Franken für Marketing einbringen. Personell wird sich seiner Meinung nach in Klosters mit der DMO nicht viel ändern. An seiner Stelle wird der Direktor der DMO ein bis zwei Tage in Klosters verbringen. Gemäss Vereinbarung gehen die Bereiche Marketing, Information, Reservation, Administration und Verwaltung sowie Anlässe und Veranstaltungen an die DMO über, die aber grösstenteils weiterhin vom Personal in Klosters betreut werden. Dem Verein Klosters Tourismus bleiben noch strategische Aufgaben, die vom Vorstand und der Mit­gliederversammlung wahrzunehmen sein werden.