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Jetzt werden die Weichen gestellt

28.05.2008 Archiv Klosterser Zeitung

Zum Wahlsonntag vom 1. Juni 2008

 

Drei für die Zukunft ausschlaggebende Wahlereignisse werden am 1. Juni ihren Abschluss finden. Die Gemeindewahlen bringen eine Verjüngung und Veränderung auf Stufen Vorstand, Gemeinderat und Schulrat. Die Wahl des Präsidenten der Pro Prättigau ist für die grösste Gemeinde im Regionalverband ebenfalls von Bedeutung wie die Wahl des Bezirksgerichtes.

 

Wahlen müssen vorbereitet werden. Sie sind auch gleichzeitig ein Anlass für die lokalen Parteien, mehr oder weniger intensiv tätig zu werden und sich zu profilieren. Vom Ausgang der Wahlen hängt schliesslich ab, welchen Einfluss eine Partei in der nächsten Amtsperiode haben wird.

 

Politisch veraltet, aber durchaus brauchbar


Für Aussenstehende wirkt das in Klosters herrschende Zweiparteiensystem mit den beiden bürgerlichen Parteien SVP und FDP als veraltet und überholt. So gesehen fehlt es an linken und grünen Kräften, die in der Gemeindepolitik wirken könnten und den Wahlen zu mehr Spritzigkeit und Unterhaltungswert verhelfen würden. Kenner der politischen Landschaft in Klosters finden, wenn sie nicht gerade Anhänger politischer Grabenkämpfe und Schmutzschlach­ten sind, dass der Wählerwille gewahrt und die Anliegen vertreten werden. Das funktioniert natürlich nur so lange, als diese beiden Parteien tolerant miteinander umgehen und die anteilmässige Sitzverteilung auf Konsens beruht. Dass die von den beiden Parteien eingesetzte Findungskommission sich für das Gemeindepräsidium auf einen unabhängigen Kandidaten entschied, zeigt, dass der Wille zu diesem Konsens vorhanden ist. Über die sich der Wahl stellenden Kandidaten wurde schon genug geschrieben. Die Wahl kann getroffen werden! Auch wenn eine Auswahl kaum vorhanden ist, kann doch jeder Stimmbürger, jede Stimmbürgerin, seinen bzw. ihren Kandidaten mit der Abgabe der Stimme der Rücken gestärkt werden. Stimmzettel sind auch gültig, wenn sie weniger Namen enthalten, als Sitze zu vergeben sind. Auch können andere Namen als diejenigen der offiziellen Kandidaten aufgeschrieben werden. Mit der schriftlichen Wahlmöglichkeit entfallen auch Ausreden wie die der zeitlichen und örtlichen Unabkömmlichkeit.
Durch die Wahl der Gemeindebehörden werden die Weichen für die nächsten 4 Jahre Klosterser Politik gestellt. Und es stehen in diesen 4 Jahren nicht wenige bedeutende Entscheide aus. Eine Voraussetzung also, dass niemand einen triftigen Grund findet, der Wahlurne fernzubleiben.

 

Wahl des Präsidenten der Pro Prättigau


Lange sah es so aus, dass Hans Peter Kocher der einzige Kandidat für die Nachfolge des Schierser Gemeindepräsidenten Joos Mathis bleiben würde. Inzwischen hat aber die FDP im Prättigau den Gemeindepräsidenten von Luzein, Johannes Berry-Disch, portiert. Damit gilt es auch da, dem eigenen Favoriten zur Wahl zu verhelfen. Für Klosters wie für die Pro Prättigau wird es auch in Zukunft wichtig sein, dass zwischen der Regionalorganisation und der grössten Gemeinde, die auch die grösste Finanzlast trägt, ein gutes Verhältnis herrscht. Die DMO mit Davos darf nicht dazu führen, dass sich Klosters vom Prättigau abwendet.

 

Bezirksgericht wird immer wichtiger


Die in Diskussion stehende Gerichtsreform im Kanton Graubünden wird noch mehr Aufgaben und Befugnisse von den Kreisbehörden und -ämtern an die Bezirksgerichte verschieben. Damit steigt nicht nur die Bedeutung dieser richterlichen Instanz, sondern auch die Anforderungen an die Amtsträgerinnen und Amtsträger. Bis vor wenigen Jahren wurde das Bezirksgericht noch von einem «Wahlmänner»-Gremium gewählt. Inzwischen hat sich die Volkswahl durchgesetzt. Sie muss jetz nur noch wahrgenommen werden!
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