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Im Gemeinderat ist alles in Butter – oder …?

17.12.2009 Archiv Klosterser Zeitung

Anscheinend ist im Klosterser Gemeinderat alles in bester Ordnung – oder etwa nur scheinbar? Eine etwas peinliche Wahl, ein Rücktritt und offensichtliche Uneinigkeit innerhalb der FDP-Fraktion deuten darauf hin, dass hinter den Kulissen etwas am Gären ist.


c | Der Umgangston war wie gewohnt freundlich, denoch konnten sich die Besucher der letzten Gemeinderats-Sitzung vom 11. Dezember des Eindrucks nicht erwehren, dass etwas in der Luft lag. Schon bei der Ersatzwahl für Bettina Beyeler, die als Delegierte der Flury-Stiftung zurückgetreten war, waren harsche Töne zu hören: Auf Vorschlag der Flury-Stiftung wurde Rita Guler zwar unumstritten und einstimmig gewählt, jedoch sei es «eine Frechheit, dass dem Gemeinderat vorgeschrieben werde, wen er in den Stiftungsvorstand zu wählen habe». Die GPK konstituiert sich selber, deren Vorsitz übernimmt im kommenden Jahr Andrea Guler. Zur Stimmenzählerin für den Gemeinderat per 2010 wurde Ursina Barblan gwählt, ihr Stellvertreter ist Willi
Däscher. Als Gemeinderatspräsident rückt dem Brauch gemäss der letzte Vizepräsident nach, das war 2009 Georg Valär. Bloss vergingen bange und lange Sekunden, ehe sich jemand aus seiner Fraktion doch noch dazu bequemte, ihn vorzuschlagen. Die Wahl erfolgte dann wie erwartet ohne Gegenstimme, ebenso wie die des Vizepräsidenten, Peter Aebli. Für eine Überraschung sorgte Valärs Vorgänger, der Serneuser Ruedi Weber, der in bewegten Worten den Rücktritt als Gemeinderat aus gesundheitlichen Gründen per Ende dieses Jahres ankünden musste. Ein Nachfolger wird derzeit gesucht.

 

«Christlis» umstritten

 

Die Schulraumbeschaffung hat in Klosters, nachdem der Hochwasserschutz unter Dach und Fach ist, oberste Priorität, wie Gemeindepräsident Markus Haltiner betonte. Am 24. Juni wurde eine Motion eingereicht, welche Alternativen zum Projekt «Christlis» fordert und eine Variantenabstimmung verlangt. Erstunterzeichner Georg Valär bemerkte, dass grundsätzlich das Stimmvolk über den Schulhaus-Standort entscheide: «Wir können nur den Weg dazu ebnen. Eine Variantenabstimmung würde verhindern, dass wir uns weiterhin im Kreis drehen. Christlis ist jedoch nicht die beste Lösung, weil die Leute das Ortsbild schützen möchten.» Für Peter Aebli wäre Christlis «die logische Konsequenz unserer Bedürfnisse». Bei einem Variantenentscheid seien die Chancen zur Realisation grösser, doch biete auch dieser noch keine Gewähr für eine baldige Schulraumschaffung, zumal ja beide Varianten durch den Souverän abgelehnt werden könnten. Gemeindepräsident Markus Haltiner lobte die Abeit der Motionäre; als guter Wohnort müsse Klosters auch eine hochqualitative Schule anbieten. Aus schulischer Sicht sei der Standort Christlis bestechend. Gemeinderat Albert Gabriel sprach sich gegen die Motion seiner Fraktionskollegen aus: «Ich kann nicht nachvollziehen, dass die Schüler kreuz und quer durch den Ort in den Turnunterricht gehen müssen.» Daniel Wegmüller pochte energisch auf den Tisch: «Die Nachnutzung der bestehenden Liegenschaften muss allerdings ebenso geklärt sein». Das ist, so die einhellige Meinung, ein wichtiger Punkt in dieser umstrittenen Frage. Wo eine alternativer Standort für die Schulraumbeschaffung liegt, wollte die Exekutive allerdings keinesfalls bekanntgeben, es seien, so der Gemeindepräsident, die Anstösser noch nicht einmal informiert worden. Eine Abstimmung wird frühestens im zweiten Halbhjahr 2010 erfolgen, diese betrifft allerdings noch keine detailliert ausgearbeiteten Projekte. Nicht an die Schulraumbeschaffung gekoppelt haben wollte Markus Haltiner den Ankauf der Liegenschaft Schlegel: «Wir haben noch keine Absichten damit, aber könnte der Gemeinde von Nutzen sein in Bezug auf allfällige künftige Projekte.» Die Liegenschaft, die für 2,2 Mio. Franken in den Besitz der Gemeinde übergeht und dem Finanzvermögen zugeschlagen wird, kann so dem spekulativen Wohnungsbau entzogen werden.

 

Tourismus ist Lebensnerv

 

Sowohl die Teilrevision der Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über die Kurtaxen wie auch die Beteiligung und der Beitrag am Veranstaltungsfonds wurde durch den Rat gutgeheissen. Gemeinderat Daniel Wegmüller zeigte allerdings auf, dass Klosters im Vergleich mit Davos sehr moderate Tourismusförderungsansätze hat, bei den Hotels seien sie sogar «harmlos» und die Landwirtschaft ja nicht einmal TFA-pflichtig. In einem weiteren Votum bemängelte der FDP-Gemeinderat, dass bei der Vorstellung des neuen Leitbildes der Tourismus beiseite gelassen wurde. Markus Haltiner erklärte, dass der Tourismus durchaus Lebensnerv sei und machte deutlich, dass man ihn anders hervorheben wolle, etwa mit Wohnsitz-Marketing. Schliesslich konnten die Vorstände Hobi und Müller noch vermelden, dass die Ufer des Kanals vom Bewuchs gesäubert worden seien.

 

 

 

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