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Am Samstag, 7. Juni, trafen sich über 300 Mitglieder und Gäste der Walservereinigung Graubünden zur 48. Jahresversammlung in Davos. Der Vormittag war für die Besichtigung aller möglichen Sehenswürdigkeiten von Davos gewidmet, während dann der Nachmittag den geschäftlichen Traktanden und den Grussbotschaften gehörte.
Fast die Hälfte der Teilnehmer hatten sich für die Wanderung ins Dischma entschieden. So machte sich punkt 9.00 Uhr eine grosse Gruppe auf den Weg Richtung «Duchli». Erstes Ziel war der Hof der Familie Hoffmann. Dort wird aus Küchenabfällen der Hotels Bio-Gas und schlussendlich elektrischer Strom entwickelt. Toni Hoffmann erklärte den interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern den Vorgang und gab bereitwillig auf viele Fragen Auskunft. Auf der «Wildi» erwartet Annemarie Ehrensperger-Prader die Schar. Sie hatte vor 4 Jahren zusammen mit ihrem Mann dort eine Ziegenzucht angefangen. Heute sind dort in einem komfortablen Grossviehstall etwa 100 Milchziegen und 30 Jungtiere untergebracht. Die Ziegen wollen zweimal am Tag gemolken werden. Die Milch geht zur Weiterverarbeitung an die Molkerei Davos. Unweit neben dem Stall beeindruckten die Reste mächtiger Grundlawinen, die im April von den Hängen des Brämabüels heruntergedonnert waren. Weiter hinten, in den Kaisern, erwartete die Wandergruppe das erst kürzlich umgebaute Sekretariat der Walservereinigung Graubünden. Der junge Sekretär Thomas Gadmer konnte von seinem Onkel das Haus übernehmen und dort das Büro einrichten. Im Zeitalter der elektronischen Vernetzungen spielen terristische Entfernungen kaum mehr eine Rolle. So ist auch zu erklären, dass der Umzug des Sekretariats aus der Kantonshauptstadt ins abgelegene Dischmatal kaum zu Reaktionen führte. Die übrigen Spaziergänge spielten sich im Zentrum von Davos ab. Der eine führte vom Rathaus zum Wintersportmuseum, der Vaillant-Arena und durch den Kurpark zum Kongresshaus. Der zweite begann im Dorf beim SLF und führte ins Heimatmuseum und von dort über die Promenade zum Kongresszentrum, wo dann das Mittagessen und an-schliessend die Jahresversammlung stattfanden.
Was ist ein Walser?
Dieser Frage ging Landammann Hans Peter Michel in seiner Begrüssungsansprache nach. Zwei Krite-rien schienen im wichtiger zu sein als die Abstammung: Die Reiselust und die Bezahlung des Jahresbeitrages.
Ganz andere Töne schlug Regierungpräsident Stefan Engler an. Er ortete in einer Welt der Globalisierung eine solche Vereinigung als Teil der Heimat, der engeren, vertrauten Welt, wo Identifikation und Zusammengehörigkeit stattfinden. Dr. Thomas Spielmann, Verwaltungsratspräsident von Davos Tourismus – neuerdings Davos Klosters Tourismus –, stellte den Walsern die Hochgebirgsstadt Davos vor, die eine Unmenge an Sehenswertem beherbergt, von dem am Vormittag nur eine kleiner Teil besichtigt werden konnte.
Geschäftliches
Nun war es Zeit für Präsident Peter Loretz, sich den geschäftlichen Traktanden zu widmen. Er konnte eine grosse Anzahl illustrer Gäste aus der kantonalen und kommunalen Politik begrüssen. Dann gedachte die Versammlung dem Gründungsmitglied Dr. Christian Jost, der im Laufe des Geschäftsjahres verstorben war.
Das Protokoll, die Jahresberichte des Sekretärs und des Präsidenten, die Jahresrechnung und der Revisorenbericht gaben keinen Anlass für Diskussionen, sodass deren Erledigung rasch erfolgte. Auch das Budget für 2009, das sich im bisherigen Rahmen bewegt, wurde so verabschiedet. Dem Vorschlag des Vorstandes, den Jahresbeitrag von Fr. 30.– auf Fr. 35.– zu erhöhen, wurde auch einhellig zugestimmt. Nach ein paar Voten unter Varia konnte zu Kaffee und Kuchen übergegangen werden.
Veranstaltungen für Walser:
22. Juli bis 16. August: Freilichtspiel «Trüüi Liebi gwinnt» von Hans Plattner «uf em Büel» in Klosters Dorf.
12.–23. Oktober: Leserreise der «Klosterser Zeitung» nach Billings USA, dem Geburtsort von Hans Plattner.
Mai 08 bis Mai 09: Ausstellung «Heidiland aus zweiter Hand» im Rosengarten Grüsch.
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